„Gemeinschaft der Nation“

In Mecklenburg-Vorpommern ist die NPD eng mit den neonazistischen Kameradschaften und der „Heimattreuen Deutschen Jugend“ vernetzt.

NPD und „Heimattreue Deutsche Jugend“ (HDJ) rücken in Mecklenburg-Vorpommern noch enger zusammen: auf der Homepage des Landesverbandes der Partei gibt es einen direkten Hinweis auf die Aktivitäten der HDJ, auch war der Werbefilm der neonazistischen Kindererziehungsorganisation Anfang des Jahres sofort auf den Seiten der NPD beworben worden. Nicht verwunderlich also, wenn NPD-Fraktionschef Udo Pastörs beim Kulturabend der HDJ-Einheit „Mecklenburg und Pommern“ unter dem Motto „An de Waterkant“ als Hauptredner aufgetreten sein soll. Im „Funkenflug“, der Zeitschrift der HDJ, wird berichtet: „Udo Pastörs führte uns durch die deutsch-europäische Vergangenheit, deren Größen und Persönlichkeiten uns allen zur Orientierung dienen sollten, um unsere Geschichte niemals enden zu lassen und um den Kampf gegen die Globalisierung und ihren verdeckten Völkermord aufnehmen zu können.“

Dabei hätte der Schweriner Politiker Grund gehabt, sich zu distanzieren, denn die HDJ geriert sich als immer rassistischer und gefährlicher. Im Mai wurden unter anderem auch gegen den Anführer der HDJ-Einheit Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Jugendschutzgesetz eingeleitet. Der Biologiestudent Ragnar Dam aus Greifswald soll an der Durchführung einer so genannten „Rasseschulung“ im NPD-Haus im niedersächsischen Georgsmarienhütte beteiligt gewesen sein. Unter den rund 40 Teilnehmern, denen auch der NS-Film „Der ewige Jude“ gezeigt wurde, waren nach Polizeiangaben Minderjährige.

Aber gerade im nördlichen Bundesland zwischen Elbe und Uecker gibt es eine enge Vernetzung zwischen NPD-Führung, neonazistischen Kameradschaften und der HDJ. Im Raum Burg Stargard oder im Bereich Ostvorpommern werben sie gemeinsam um die Gunst von Jugendlichen. In Mecklenburg-Vorpommern zeichnen sich zur Zeit Schwerpunktaktivitäten der bundesweit aktiven HDJ ab. Das mag auch an der engen Kooperation mit politischen Vorfeldorganisationen wie dem „Heimatbund Pommern“ oder dem „Kulturkreis Neustrelitz“ liegen. Gemeinsam werden kulturelle Veranstaltungen durchgeführt. Konkurrenzgebaren wie teilweise gegenüber dem „Freibund“ scheint es hier nicht zu geben. In diesem Jahr führte die HDJ nicht nur den nach Neustrelitz verlegten „Tollense-Marsch“ mit rund 100 Teilnehmern mit durch, sondern nach eigenen Angaben auch ein Osterlager in Tückhude bei Demmin sowie ein „Einheitswochenende“ Mitte April und ein Wochenendlager für den kleineren Nachwuchs Ende April im Westen Mecklenburgs.

Im März soll bei eisiger Kälte auch eine Wanderung auf der Insel Usedom stattgefunden haben. Dazu heißt es im Funkenflug: „Im Ostseebad Zinnowitz angekommen, wurden wir bereits von einigen örtlichen Kameraden erwartet.“ Gemeinsam besichtigte man später auch auf dem Golm eine Kriegsgräberstätte und stattete dem polnischen Nachbarland einen kurzen Besuch ab: „Mit dem Pommernwimpel voran marschierten wir unbehelligt in Swinemünde ein.“ Auch die Einheit „Preußen“, die von Denis Schauer aus Berlin angeführt wird, führte demnach „im Herzen Mecklenburgs“ Mitte April einen 80 Kilometer-“Leistungsmarsch“ durch.

„Für Deutschland kämpfen, aber das Gesicht nicht zeigen wollen“

Untätig scheinen allerdings auch die anderen Sektionen der Neonazi-Organisation nicht gewesen zu sein. Die Anhänger der Einheit „Hermannsland“ aus Detmold lernten Mitte März praktische „Kameradenhilfe“ mit Erste-Hilfe-Kurs und absolvierten nach eigenen Angaben einen „längeren Lauf durch das Osnabrücker Land“. Stolz berichten deren Vertreter im „Funkenflug“: „Neue Mitstreiter für unsere Einheit konnten bereits gewonnen werden.“ Außerdem besuchten einige der Hermannsländer Ende März eine Neonazi-Veranstaltung mit einem über dreistündigen Vortrag des ehemaligen Pflegers von Rudolf Heß und unternahmen eine Fahrradtour mit Übernachtung im Freien in der Region Lemgo. Anfang April fand ein Einheitstreffen für den jungen Nachwuchs statt.

Die südlichen Einheiten der HDJ trafen sich zum Osterlager im fränkischen Buhlsbach. Sie trainierten sich unter anderem in Rhetorik und „Benehmen“, „um den Körper der Mädchen in Schwung zu bringen, gab es sinnvolle Gymnastikübungen“ und eine Ostarafeier wurde abgehalten. Am Ende hieß es frohlockend: „Mit diesen schönen Erinnerungen treten wir weiterhin den Kampf um unser geliebtes deutsches Volk an.“

Im aktuellen „Funkenflug“ schwört sich die HDJ-Gemeinde nochmal aufeinander ein: „Erst im alltäglichen Kampf gilt es zu bestehen.“ Den „Funkenflug“-Autoren zufolge sei die HDJ nicht bündisch und der „Wandervogel“ nicht ihr Vorläufer. Denn Ziel der HDJ sei nicht „die kleine Abgeschlossenheit von wenigen, sondern die große Gemeinschaft der Nation.“

Dafür sollen ihre Anhänger „die Kräfte“ überwinden, „die Dich aus Überalterung oder Unverständnis nicht begreifen können.“ Hinweise, die ihren Grund zu haben scheinen, denn nicht überall im extrem rechten Lager stoßen die Aktivitäten der HDJ auf Verständnis. Mit einem hämischen Text unter dem Titel „An die feinen Nationalen“ wird abgerechnet mit den Kameraden, die „mit denen, den Radikalen“ nichts zu schaffen haben wollen, die sich in einer „BRDisten-Uniform“ tarnen. Denen es an Solidarität mangelt, wird vorgeworfen, für Deutschland kämpfen, aber das Gesicht nicht zeigen zu wollen. Vorwurfsvoll heißt es an anonyme Kritiker in den eigenen Reihen gerichtet: „Von Schlachten weißt du viel, vom Wesen des Kriegers nichts.“

Andrea Röpke

Quelle: Blick nach Rechts (kostenpflichtig!)


12 Antworten auf “„Gemeinschaft der Nation“”


  1. 1 Rotarmist 24. Juni 2008 um 12:20 Uhr

    Guckt euch mal das tolle Video erst mal an:

    http://de.youtube.com/watch?v=gwHHMPh7M9g&feature=related

    Beim HDJ läuft auch nicht alles so rund, wie die sich dort da immer ausgeben. Es gibt gute und schlechte Ausbilder. Auch Menschen die mit der Zeit mitbekommen, das der ganze Laden irgendwie total falsch aufgebaut ist.

  2. 2 black-jack 24. Juni 2008 um 12:23 Uhr

    Führer, Rasse und Nation. Ein Leitbgriff der die braunen Lemminge ins verderben stürzen wird. Das hatten wir doch alles schon einmal gehabt…

  3. 3 Spice-Girl 24. Juni 2008 um 13:06 Uhr

    Dieses Deutsche Pack kannst du nur noch endgültig ausrotten. Die werden es nie zu schätzen wissen, was Freiheit und Demokratie ist.

    Ich bin übrigens dafür das Deutschland weiter US-Besatzungszone bleibt. Die Atomwaffen in Büchel müssen auch bleiben. Ein Abzug aus Deutschland mit diesen jetzigen Verhältnissen ist unverantwortlich.

    Waffen für Isreal! Für den Kommunismus!

  4. 4 Unkraut 24. Juni 2008 um 22:14 Uhr

    das bild find ich ganz schön provokant :) , aber genau das wollen doch die Faschos haben. bin mal gespannt was die bei euch nun reinschreiben.

  5. 5 useless 25. Juni 2008 um 9:53 Uhr

    Was mich hierbei interessieren würde, ist die Frage ob dieser im Artikel erwähnte „Kulturkreis Neustrelitz“ tatsächlich existiert oder ob sich dort (wieder mal) nur verschrieben wurde und es sich eigentlich um den „Kulturkreis Mecklenburg-Strelitz“ handelt.

    Antwort von Redaktion:

    Wir haben den Artikel 1:1 so übernommen. Laut unseren Recherchen heisst dieser Verein aber richtig „Kulturkreis Mecklenburg-Strelitz“, da hier nicht nur Neustrelitz sondern auch noch viele weitere Dörfer und Städte (z.B. Kratzeburg, Burg Stargard) mit enthalten sind. Interessant ist nur für uns, was sind die Konsquenzen daraus? Der Staat schaut zu und die Nazis machen fleißig weiter. Wenn das hier so weiter geht, dann wird die nächste Generation wie im Bild schon dargestellt unkontrolliert mit völlig falschem Weltbild heranwachsen.

  6. 6 Rotarmist 25. Juni 2008 um 21:25 Uhr

    @ uselles

    Für mich ist das alles der selbe Verein Namens MAF. Der Rest ist alles nur noch Ableger oder Täuschungsmanöver. Es gibt ja auch keine offizielle Webseite. Hinzu kommt die Tatsache, dass der Verein evtl. schon dicht gemacht hat. Bei den Nazis kann das schneller passieren als man glaubt. Was wir hier in Neustrelitz endlich wieder brauchen, dass ist die Rote Armee und eine starke bolschwistisch-kommunistische Bewegung, die diesen braunen Pack klar macht das sie hier nichts mehr zu suchen haben. Hammer und Sichel hassen sie wie die Pest!

  7. 7 Unkraut 25. Juni 2008 um 21:32 Uhr

    seid David P. raus aus Neustrelitz ist, ist verdammt ruhig geworden. die letzte größere aktion war im frühjar mit den friedhof gewesen. o.k. ich weiss propmaterial und seine ANs laufen ab zu mal auch durch die Straßen, aber so wie früher mit den anschlägen auf die pds kreisgeschäftsstelle is nicht mehr. warum weis ich auch nicht. vielleicht hat der vs neubrandeburg sein schwerpunkt wieder verlagert. hab gelesen, dass derzeit in rostock und umgebung farbbeutelanschläge stattgefunden haben. ist typisches markenzeichen von David P.!

  8. 8 Sturmführer Wotan 25. Juni 2008 um 21:40 Uhr

    Ey Nazi! Du glaubst doch wohl nicht im Ernst, dass wir hier dein rassistisches Kommentar veröffentlichen. Hinzu kommt Rechtschreibung u. Grammatik beachten und auch einfach mal die Klappe halten!!!

    Die Antifa – Redaktion

  9. 9 useless 26. Juni 2008 um 0:05 Uhr

    @Admin
    Mir war schon klar, dass der Artikel nicht von euch, sondern von Andrea Röpke ist. Steht ja schliesslich auch drunter. :)
    Ich wollte damit ja nur unterstreichen das auch der AutorIn hin- und wieder Fehler unterlaufen. Manchmal eben auch Fehler bei denen mensch nachhaken muss, wie eben diesem Kulturkreis.

  10. 10 Spice-Girl 26. Juni 2008 um 10:05 Uhr

    Im Vereinsregister steht weder was vom Kulturkreis Pommern, noch etwas vom Kulturkreis Mecklenburg-Strelitz bzw. Neustrelitz. Im Grunde handelt es sich um eine kleine Sippe von Neonazis, die nun versucht der HDJ es gleich zu machen. Ich geb Rotarmist recht, denn das ist hier in MST alles nur MAF. Vom weißen Wolf ist außer einer stillgelegten Webseite auch nichts mehr viel zu hören. Obwohl wir doch einen Jugendknast haben, der hinzu noch weiter aufgstockt werden soll. Bützow soll nach Auskünften mv-regios weiter entlastet werden. Die Faschos kommen dann alle nach Neustrelitz.

    @Sturmführer Wotan

    Wenn ihr nicht so ein Scheiß antisemitisches Weltbild predigen würdet, dann würde ich als NASOFI freiwillig der HDJ oder MAF beitreten. Aber ihr wollt es ja so haben. Darum bleibe ich weiterhin eine antifaschistische Nationalisten für Israel.

    Kommentar von Redaktion:

    Jetzt wirds lustig!

  11. 11 black-jack 26. Juni 2008 um 10:19 Uhr

    @Spicegirl

    Zum Jugendknast stand heut ein toller Artikel drin:

    Türkei Europameister bei der „Fußball-EM der Jugendanstalt Neustrelitz“
    25.06.2008: Neustrelitz/MVregio Ministerin Kuder: Sport ist für Strafgefangene wichtiger Bestandteil der Resozialisierung

    Die Türkei ist Europameister der „Fußball-EM der Jugendanstalt Neustrelitz“.

    Im Finale besiegte die Türkei heute die Mannschaft der Niederlande klar mit 8:1. „Ich gratuliere der Mannschaft der Türkei sehr herzlich zum Gewinn der anstaltsinternen Europameisterschaft – hoffe aber, dass der Sieg der Türkei kein schlechtes Omen für das Spiel der deutschen Nationalmannschaft heute Abend in Basel ist,“ sagte Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) anlässlich der Siegerehrung in Neustrelitz.

    Die Ministerin wies bei allem Spaß an der Veranstaltung darauf hin, dass Sport bei der Resozialisierung der Strafgefangenen eine wichtige Rolle einnimmt. „Sport vermittelt nicht nur Erfolgserlebnisse und das Ertragen von Misserfolg. Die Gefangenen erlernen auch die Einhaltung von Regeln, Einsatzbereitschaft, Disziplin und Teamfähigkeit. Dies sind Werte, die ihnen helfen, sich nach der Haft wieder in die Gesellschaft einzugliedern,“ so Kuder.

    In der Jugendanstalt Neustrelitz wurde parallel zur „großen und richtigen“ EM eine „Mini-EM“ angepfiffen. Aus den jugendlichen Strafgefangenen wurden 16 Mannschaften gebildet, die die 16 Teilnehmerländer präsentieren. Unter deren Flagge und Nationalhymne spielten die Strafgefangenen die EM auf einem Kleinfeld aus. In den Vorbereitungen haben die Jugendlichen nicht nur ihre Taktik und Strategie beraten und trainiert, sondern sich auch auf die Besonderheiten des jeweiligen Landes, das sie vertreten, eingestellt. So trugen sie landestypische Vornamen und haben ihre Fußballkleidung angepasst. Der Europameister 2008 erhielt für seinen Wohnbereich ein überdimensionales Wandgemälde des Europapokals, versehen mit den Namen der Spieler, sowie ein T-Shirt mit Aufdruck. Auf die Zweit- und Drittplazierten warteten Urkunden und Medaillen.

  12. 12 leon 31. März 2009 um 16:18 Uhr

    hdj die beste organisation die es gab scheiss parasieten wieso habt ihr sie verboten

    Wir informieren nur! Verbote sprechen nur die Herrschenden aus! Die Redaktion

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